Fasching! oder „Wie ich zum nähen kam“

Gestern war Fasching beim Zwerg in der Kita und Mama hat natürlich etwas gezaubert! Eigentlich wollte ich Ihm das Drachenkostüm bzw. den Umhang anziehen, den auch der Große damals in dem Alter „an hatte“ (zumindest fürs Foto hat er sich mal kurz von seiner Erzieherin dafür überreden lassen) und mir damit etwas Arbeit sparen. Aber die Erinnerung an damals hat mich doch gewarnt und ich habe kurzfristig (am Wochenende, während des Mittagsschlafes) mal schnell ein neues Kostüm genäht. Ich hatte noch einen alten KinderPulli, den ich mal auf dem Flohmarkt erstanden hatte, im Stoffschrank, der hervorragend für ein Schäfchen passt. Also habe ich daraus einen Pullunder und eine passende Kappe mit Ohren dran gebaut. Die Ärmel eines alten, weißen Pullovers von mir habe ich zu einer Leggings umfunktioniert. Dazu ein weißer Langarmbody. Und was soll ich sagen, ich bin begeistert! Aber bissel Angst vor dem Theater und den Tränen hatte ich schon. Aber es war letzten Endes gar nicht so schlimm! Sogar die Mütze hat er aufbehalten. Und ein paar schnelle Fotos konnte ich auch noch schießen 😉 Nur ist er nicht als Schaf, sondern eher als Hase durchgegangen! Die Ohren waren vielleicht etwas zu groß!? Aber egal. Ich freue mich! Und ist er nicht Zucker?

schaf_hase_2015

Als Schnittmuster habe ich für den Körper einfach einen noch etwas zu großen Pullover genommen und etwas verlängert und unten breiter gemacht. Damit es etwas bauchig fällt, habe ich in den vorhandenen Saum einfach einen Gummi eingezogen. Für die Mütze habe ich das SM für eine Beanie von alles-selbstgenäht genommen, aber nicht verlängert. Der Schnitt für die Leggings ist die 10 Minuten Leggings von Mopseltrine.

Bei dieser tollen Gelegenheit möchte ich euch gleich einmal berichten, wie ich eigentlich zum Nähen kam. Mit Fasching hat alles angefangen! Und zwar vor genau 4 Jahren. Mein damals fast 3-Jähriger wollte unbedingt als Feuerwehrmann gehen. Aber finde mal ein tolles Kostüm für einen  dünnen „Zwerg“. Die waren alle viel zu groß und dazu auch nicht wirklich schön! Da musste eine andere Lösung her! Ich hatte hier schon lange eine alte Veritas im Schrank rumstehen. Die hatte mein Papa mal als Ersatzteillager für die kaputte Maschine meiner Mama bei eBay ersteigert. Da er aber dann doch eine andere Reparaturlösung fand, blieb das Maschinchen heile. Und irgendwann schenkten meine Eltern mir das gute Stück. Wahrscheinlich wollten Sie die nicht mehr herum stehen haben, weil ich hatte Null Ahnung vom Nähen! Ich wollte es immer lernen, aber meine Mama hatte irgendwie nie die Zeit und nach Schule und Lehre war ich dann aus dem Haus und nur noch selten zu Besuch. Naja, nun hatte ich eine Nähmaschine und keinen Plan und eigentlich auch keinen Platz zum Nähen. Die Nähmaschine ist viel zu schwer, um sie ständig hin und her zu schleppen, also stand sie eine ganze Weile unbenutzt im Schrank! Bis das Kind mit seinem Kostümwunsch kam. Da ich damals krank geschrieben (Bandscheibenvorwölbung) zu Hause war, hatte ich auch Zeit mich mit der Materie des Nähens auseinander zu setzten. Ich ließ mir von meiner Mama die Maschine erklären und ein paar Kniffe zeigen, forschte im Internet und in einem neu gekauftem Buch nach Tips und Anleitungen  und probierte einfach aus.

Und konnte nicht mehr so recht aufhören!

Aus einer alten schwarzen Hose von mir, Leuchtreflektorenband und Klettverschlüssen und Gummiband für den Hosenbund nähte ich frei nach Schnauze eine Hose und eine Jacke für den kleinen Feuerwehrmann. (Naja, nicht ganz, ich nahm mir vorhandene Hose und Jacke als Vorlage). Dazu gab es einen viel zu großen Helm, der mit einem Futter halbwegs auf dem Kopf sitzen blieb. Die Bildqualität ist leider nicht so dolle, das Foto wurde in der Kita gemacht!

Feuerwehrmann_2011

Und dann probierte ich verschiedene Dinge aus. Pullis und vor allem Hosen für den Zwerg und Taschen und Röcke für mich. Auch kleine Geschenke (z.B. für Kindergeburtstag) und Spielsachen/Aufräumhilfen entstanden. Und natürlich Kostüme! Und die möchte ich Euch heute aus gegebenem Anlass zeigen.

Ein Jahr später zog bei uns eine Schildkröte ein ;). Der Panzer ist als Weste genäht, in die man von innen zum Ausstopfen ein kleines rundes Kissen stecken kann. Das habe ich nach eigenem SM aus einer alten Hose und einem Oberteil von mir gemacht. Oberteil und Leggings sind gekauft und eingefärbt. Die Kapuze habe ich aus einem Pulli dran genäht. Die Füsse sind aus Pappe und Gummiband gebastelt und mit Stoff bezogen. Die Schildkröte war stolz wie Bolle! (Hier musste ich bissel am Foto basteln, weil die Fotos sind sehr spontan mit furchtbarem Hintergrund entstanden!)

schildkroete_2012

Kurz danach war Indianerfest in der Kita. Wieder kam ein Oberteil von mir zum Einsatz (Fotos machen war damals gerade nicht so beliebt!) Man muss sich die bunten Sachen drunter weg denken und neutrale Leggings und Oberteil dazu!

indianer

Im Herbst desselben Jahres wurde Waldfest gefeiert und das Kind wollte gern ein Igel sein! Diesmal musste ich mir Stoff besorgen. Ich habe das eigentlich graue Fell mit brauner Dekofarbe eingesprüht, damit es besser zum Igel passt. Die Blätter habe ich aus Bastelfilz gemacht und angenäht. Das war vielleicht eine sch… Arbeit! Die letzten hatte ich sogar aus Zeitmangel nur noch angeklebt. Das passiert dann halt, wenn Frau erst kurz vorher anfängt…dann muss man eben bis in die Nacht arbeiten.

Igel_2012

Zum nächsten Fasching sollte es ein Affe werden. Leider war der Hase krank und konnte/wollte nicht beim Fest teilnehmen. Er hätte mit feiern können, wir waren auch extra in der Kita, aber da die Mama an die Hose eine Tasche (für Taschentuch) genäht hat, die da nicht hin gehört (Affe mit Tasche!), hatte das kranke Kind nicht so recht den Willen das Kostüm anzuziehen und mit den anderen Kindern zu feiern. Also gingen wir wieder nach Hause! Ein paar Monate später konnte ich ihn wenigstens dazu überreden, das Affenkostüm für ein paar Fotos nochmal anzuziehen.

affe_2013

Letztes Jahr spukte ein kleines Gespenst durch die Faschingswelt. Das habe ich aus einem alten Bettlaken gebastelt. Dazu eine weiße Leggings und selbst genähte weiße Fingerhandschuhe. Da habe ich einfach die Hände aufgezeichnet und mit Nahtzugabe ausgeschnitten und genäht. Das Essen war mit dem Kostüm wohl sehr schwierig, aber er hat es gemacht, bis ihn seine Erzieherin erlöst hatte und ihm das Kostüm wenigstens zum Essen auszog.

gespenst_2014

In diesem Jahr sollte es eigentlich der Fressdrache „Oskar“ vom Kleinen Drachen Kokosnuss werden, aber aus Zeitmangel wurde es dann „nur“ ein von Freunden geborgter Indianer.

Es macht wirklich Spaß Kostüme zu entwerfen und zu nähen! Und ich bin gespannt, was in den nächsten Jahren noch so entstehen wird.

Das hätte ich fast vergessen, der Beitrag geht natürlich zu kiddikram und Made4Boys!

Bis dahin, die Bine

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4 Gedanken zu “Fasching! oder „Wie ich zum nähen kam“

  1. Hallo Bine,
    vielen Dank für die Beschreibung! Ich hab da nochmal eine Frage… wie sitzt denn die Nase auf der Nase? Ist die irgendwie festgemacht?
    Liebe Grüße, Chris

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    1. Hallo Chris, die Nase habe ich in die Kapuze „eingebaut“. Also einfach wie einen Schnabel zwei Dreiecke erst zusammen und dann an die Kapuze genäht. Und für den „Knubbel“ zwei kleine Kreise zusammen nähen mit Wendeöffnung, wenden, bissel Watte rein und an die Nasenspitze von Hand nähen. Ich hoffe ich habe das verständlich erklärt!
      Liebe Grüße, Bine

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  2. Hallo Bine,
    genau wie bei dir kam auch bei mir aus dem KiGa nun die Ansage „Faschingsumzug ist in 2 Wochen. Die Kinder benötigen ein Tierkostüm und die Eltern auch… ;)“ und da bin ich nun auf deiner herrlichen Seite gelandet und hab mich in das Igelchen verliebt. Weißt du noch was du für einen Stoff genommen hast (Zottelplüsch?) und wie hast du den Schnitt gemacht? Bin für jede Hilfe dankbar 😉
    Liebe Grüße, Chris

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    1. Hallo Chris, schön, dass Dir meine Seite gefällt! Der Stoff ist ein Zottelstoff, wie genau man das bezeichnet weiß ich leider nicht, den habe ich damals vor Ort in einem Stoffladen entdeckt. Eigentlich ist er eher hellgrau, daher hatte ich ihn zum schluss mit so nem braunen Dekospray (Bastelladen), welches leider nicht wasserfest ist, eingesprüht. Gibt sicher auch braune Textilfarbe oder du schaust, ob es braunen Zottel gibt. Als Schnittmuster habe ich damals einfach einen passenden Pullover (dann bissel mehr Nahtzugabe geben, weil der Zottelnist ja nicht elastisch) oder strickjacke genommen und eine Art Weste/Pullunder gebastelt. Am Ausschnitt bissel eingeschnitten, damit der Kopf durch passt! Dann habe ich das Zottel am Bauch gekürzt und am Rücken mit Haarspray „Stacheln“ modelliert. Für Arm-und Beinstulpen einfach am Kind ausmessen, evtl. etwas lockerer nehmen, damit die Hände und Füße durchpassen. ich habe an den Beinstulpen auf einer Seite einen Gummi angeäht, damit sie unterm Knie halten. Und zum Schluss habe ich aus Bastelfilz Blätter ausgeschnitten und mit wenigen Stichen angenäht. Ich hoffe ich konnte Dir damit etwas helfen!
      Liben Gruß, Bine

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